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Fachlexikon

  • Abscheider
    Das Abscheidungsverfahren sorgt für die Trennung von Stoffgemischen (z. B. Leichtflüssigkeiten). Ziel des Trennverfahrens ist im Optimalfall die vollständige Isolation der einzelnen Stoffgemisch-Bestandteile. Ein Abscheider ist die entsprechende Abwasserbehandlungsanlage, in der dieses Verfahren abläuft.

  • Absetzbare Stoffe
    Stoffe, die sich am Boden absetzen, nachdem sie sich innerhalb eines definierten Zeitraums aufgrund ihrer Dichteeigenschaften etc. vom sie umgebenden Medium trennen.

  • Abwasser
    Gesetz zur Ordnung des Wasserhaushalts (Wasserhaushaltsgesetz – WHG)
    § 54 Begriffsbestimmungen für die Abwasserbeseitigung
    (1) Abwasser ist
    1. das durch häuslichen, gewerblichen, landwirtschaftlichen oder sonstigen Gebrauch in seinen Eigenschaften veränderte Wasser und das bei Trockenwetter damit zusammen abfließende Wasser (Schmutzwasser) sowie
    2. das von Niederschlägen aus dem Bereich von bebauten oder befestigten Flächen gesammelt abfließende Wasser (Niederschlagswasser).
    Als Schmutzwasser gelten auch die aus Anlagen zum Behandeln, Lagern und Ablagern von Abfällen austretenden und gesammelten Flüssigkeiten.

  • Abwasserbehandlung
    Die Beseitigung von Abwasserinhaltsstoffen und die Wiederherstellung der naturgegebenen Wasserqualität sind die Ziele der Abwasserbehandlung. Gemäß § 57 WHG muss das Abwasser vor Direkteinleitung (Einleitung in Gewässer) nach Stand der Technik entsprechend behandelt werden. Die Mindestanforderungen für das Einleiten aus den bestimmten Herkunftsbereichen sind in der Abwasserverordnung konkret benannt. § 58 WHG regelt die Indirekteinleitung (Einleiten von Abwasser in öffentliche Abwasseranlagen).
    Abwasserbehandlung beinhaltet sämtliche Verfahren zur schadlosen Ableitung, Reinigung, Verwertung sowie Rückgewinnung wiederverwendbarer Wertstoffe, um den Abwasseranfall zu senken.

  • Abwasserbeseitigung
    Gesetz zur Ordnung des Wasserhaushalts (Wasserhaushaltsgesetz – WHG)
    § 54 Begriffsbestimmungen für die Abwasserbeseitigung
    (2) Abwasserbeseitigung umfasst das Sammeln, Fortleiten, Behandeln, Einleiten, Versickern, Verregnen und Verrieseln von Abwasser sowie das Entwässern von Klärschlamm in Zusammenhang mit der Abwasserbeseitigung. Zur Abwasserbeseitigung gehört auch die Beseitigung des in Kleinkläranlagen anfallenden Schlamms.

  • Abwasserverordnung (AbwV)
    Verordnung über Anforderungen an das Einleiten von Abwasser in Gewässer.

  • Adsorption
    Adsorption ist die Anlagerung von Stoffen aus Flüssigkeiten oder Gasen an einer festen Oberfläche.

  • Aktivkohle
    Aktivkohle ist feinkörniger, poröser Kohlenstoff mit einer großen inneren Oberfläche, die u. a. als Adsorptionsmittel bei der Wasser- und Abwasserbehandlung eingesetzt wird.

  • Allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen
    Für Bauprodukte und Bauarten für die es keine allgemein anerkannten Regeln der Technik gibt oder die von selbigen wesentlich abweichen, werden allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen (abZ) erteilt. Diese sind als Beurteilung der Ver- bzw. Anwendbarkeit des Zulassungsgegenstandes bzgl. der bauaufsichtlichen Anforderungen zu verstehen. Erteilt werden die allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt).

  • Auftriebssicherung
    Vorrichtung/Maßnahme, wodurch verhindert wird, dass der Abscheiderbehälter trotz seines sehr großen Eigengewichtes nach oben aus dem Boden gedrückt wird. Dies ist dann möglich, wenn das Grundwasser so hoch ist, dass der Abscheiderbehälter teilweise darin versetzt wäre und der daraus resultierende Auftrieb größer ist als das Eigengewicht/Mantelreibung und die Last des über dem Behälter befindlichen Erdreiches.

  • Bemessungsregenspende
    Kenngröße zur Berechnung der anfallenden Regenwassermengen.

  • Betriebswasser
    Betriebswasser – oft auch als Brauch- oder Nutzwasser bezeichnet – ist eine Wasserkategorie, die u. a. einer spezifischen technischen, gewerblichen, industriellen Anwendung dient. Anders als Trinkwasser, ist Betriebswasser nicht zum Trinken, Kochen etc. vorgesehen. Dennoch sollte es gewisse Mindesthygiene-Standards entsprechen. Erfüllen muss es aber in jedem Fall die technologischen Anforderungen des jeweiligen Anwendungsprozesses.

  • Biodiesel
    Siehe FAME.

  • CE-Kennzeichnung
    Verordnung (EG) Nr. 765/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates
    Kapitel I – Allgemeine Bestimmungen
    Artikel 2 – Begriffsbestimmungen
    20. „CE-Kennzeichnung“: Kennzeichnung, durch die der Hersteller erklärt, dass das Produkt den geltenden Anforderungen genügt, die in den Harmonisierungsrechtsvorschriften der Gemeinschaft über ihre Anbringung festgelegt sind.

  • Deutsches Institut für Bautechnik (DIBt)
    Das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) ist die nationale Zulassungsstelle für nicht geregelte Bauprodukte und -arten. Das DIBt übernimmt in seiner Funktion als Dienstleistungszentrum vielerlei verschiedene Aufgaben in den Bereichen Bautechnik und -aufsicht, u. a. die Erteilung der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen.

  • Dichte
    Die Dichte oder auch Massendichte ist der Quotient aus der Masse und dem Volumen eines Körpers.

  • DIN
    Das Deutsche Institut für Normung e. V. (DIN) ist die wichtigste nationale Normungsorganisation in Deutschland. Die von der Normungsorganisation erarbeiteten Standards heißen DIN-Normen. Als eingetragener Verein wird das Deutsche Institut für Normung privatwirtschaftlich getragen.
    Die für die Abscheiderbranche bedeutendsten nationalen Normen sind die DIN 1999-100 + DIN 1999-101 (Abscheideranlagen für Leichtflüssigkeiten) und die DIN 4040-100 (Abscheideranlagen für Fette).

  • Direkteinleiter
    Betriebe, die ihr Abwasser über eigene Kanalisationen unmittelbar in ein Gewässer einleiten. Gemäß Wasserhaushaltsgesetz ist hierzu eine wasserrechtliche Erlaubnis erforderlich.

  • Emulsionen
    Emulsionen sind fein verteilte Gemische aus zwei üblicherweise nicht mischbaren Flüssigkeiten, bspw. eine mineralische Leichtflüssigkeit und Wasser.

  • Fachkunde
    DIN 1999-100 Abscheideranlagen für Leichtflüssigkeiten
    14.6 Überprüfung (Generalinspektion)
    2) Fachkundige Personen sind Mitarbeiter betreiberunabhängiger Betriebe, Sachverständige oder sonstige Institutionen, die nachweislich über die erforderlichen Fachkenntnisse für Betrieb, Wartung und Überprüfung von Abscheideranlagen im hier genannten Umfang sowie die gerätetechnische Ausstattung zur Prüfung von Abscheideranlagen verfügen. Im Einzelfall können diese Prüfungen bei größeren Betriebseinheiten auch von intern unabhängigen, bezüglich ihres Aufgabengebietes nicht weisungsgebundenen Fachkundigen des Betreibers mit gleicher Qualifikation und gerätetechnischer Ausstattung durchgeführt werden.

  • FAME
    Fettsäuremethylester – auch Biodiesel genannt – ist ein Dieselkraftstoff, der aus pflanzlichen Stoffen gewonnen wird. In der chemischen Zusammensetzung unterscheiden sich Biodiesel und Dieselkraftstoff mineralischen Ursprungs wesentlich voneinander, besitzen allerdings die gleichen Verbrennungseigenschaften in Motoren.

  • Fettabscheider
    Fettabscheider sind Anlagen zur Trennung von Fetten und Ölen vom Abwasser. Das fett- und ölhaltige Abwasser aus Großküchen, Gaststätten, Fleisch- und Fischverarbeitungsbetrieben etc. muss vor Einleitung in die Kanalisation über einen Fettabscheider vorgereinigt werden.

  • Filtration
    Filtration – auch Filtrierung oder Filterung genannt – ist ein Verfahren zur Reinigung oder Trennung von Stoffen. Es handelt sich dabei um ein mechanisches Verfahren.

  • Havarie
    Im Bereich Abscheideranlagen versteht man unter einer Havarie eine Betriebsstörung, die in Verbindung steht mit austretenden wassergefährdenden Stoffen.

  • Hebeanlage
    Schächte mit integrierter Pumpanlage zum Pumpen von Regen- und Schmutzwasser in eine Druckleitung.

  • Indirekteinleiter
    Abwasserproduzent, der sein Abwasser in die Kanalisation und damit im Regelfall via kommunaler Kläranlage “indirekt“ in ein Gewässer einleitet.

  • Koaleszenz
    Im Allgemeinen bezeichnet Koaleszenz das Zusammenfließen fein verteilter Teilchen, bspw. Emulsionströpfchen. Hierzu müssen selbige zusammentreffen und verschmelzen. Die Oberfläche des entstehenden Tröpfchens ist dann geringer als die Summe aller Oberflächen der einzelnen Tröpfchen. Durch die verkleinerte Oberfläche verringert sich der Reibungswiderstand, sodass das Tröpfchen folglich schneller aufsteigt oder absinkt.

  • KOSTRA-Daten
    KOSTRA-DWD-2000 ist ein Starkniederschlagskatalog, herausgegeben vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Die Abkürzung steht für Koordinierte Starkniederschlagsregionalisierung – Auswertung. Zur Bemessung/Berechnung wasserwirtschaftlicher Anlagen benötigt man Eintrittswahrscheinlichkeiten von Starkniederschlagsereignissen. Aus diesem Grund hat der DWD umfangreiche Auswertungen historischer Niederschlagsereignisse und statistische Berechnungen angestellt und in o. e. Katalog veröffentlicht.

  • Landeswassergesetze
    Landeswassergesetze sind Gesetze der einzelnen Bundesländer, die Gewässer betreffen (u. a. Schutz, Nutzung, Entsorgung). Sie ergänzen und konkretisieren die wasserrechtlichen Weisungen des Bundes. Das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) stellt eine Vollregelung des Bundes dar. Dadurch sind die Länder in der konkurrierenden Gesetzgebung – den Landeswassergesetzen (LWG) – eingeschränkt. Sie können nur noch teilweise Abweichungen vom WHG festlegen und Öffnungsklauseln des selbigen nutzen.

  • LAU-Anlagen
    Anlagen zum Lagern, Abfüllen und Umschlagen wassergefährdender Stoffe.

  • Monolithisch
    Als monolithisch werden alle Bauteile bezeichnet, die aus einem Stück gegossen werden.

  • RiStWag
    Die Richtlinien für bautechnische Maßnahmen an Straßen in Wasserschutzgebieten (RiStWag) sind in Deutschland bei Baumaßnahmen in entsprechenden Gebieten zu beachten.

  • Schmutzwasser
    Im Bereich der Abscheideranlagen versteht man unter Schmutzwasser gewerbliches oder industrielles Abwasser, also Abwasser aus Betrieben, welches in die öffentliche Kanalisation geleitet wird.

  • Sedimentation
    Sedimentation – auch Sedimentierung genannt – ist das Ablagern bzw. Absetzen von Teilchen aus Gasen oder Flüssigkeiten, aufgrund des Einflusses der Schwerkraft u. a.

  • Überhöhung
    Die Überhöhung ist ein Maß eines Abscheiders und bezeichnet die Abdeckungsoberkante (Erdoberfläche). Sie muss hoch genug gegenüber dem maßgebenden Niveau der zu entwässernden Fläche angeordnet sein.

  • Ü-Zeichen
    Das Ü-Zeichen/Übereinstimmungszeichen der Länder an Bauprodukten bestätigt, dass selbige den relevanten technischen Regeln entsprechen, eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung erteilt wurde, dem bauaufsichtlichen Prüfzeugnis entsprechen oder die Zustimmung im Einzelfall erhalten wurde. Inzwischen wird das nationale Ü-Zeichen weitestgehend durch die europäische CE-Kennzeichnung ersetzt.

  • VAwS
    Die Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (VAwS) ist eine rechtliche Verordnung, die dem Schutz der Gewässer vor wassergefährdenden Stoffen dient.

  • Versickerung
    In der Wassertechnik versteht man unter Versickerung das Einbringen von Niederschlagswasser (Regenwasser etc.) in den Untergrund mittels technischer Versickerungsanlagen.

  • Vorflut
    In der Hydrologie bezeichnet man mit Vorfluter jegliche Art von Gerinne (bspw. Gewässer und Bodendrainagen), in denen Wasser in den Formen von Abwasser, Drainagewasser oder Regenwasser in ein Gewässer abfließen kann. Unter einem natürlichen Vorfluter versteht man ein offenes Fließgewässer, das Wasser aus anderen Gewässern, Grundwasserkörpern oder Abfluss-Systemen aufnimmt und ableitet.

  • Wassergefährdende Flüssigkeiten
    Stoffe, die gemäß Liste des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) als wassergefährdende Flüssigkeiten eingestuft sind.

  • Wasserhaushaltsgesetz
    Den Hauptteil des deutschen Wasserrechts bildet das Wasserhaushaltsgesetz (WHG). Selbiges enthält Bestimmungen zum Schutz und der Nutzung des Grundwassers und von Oberflächengewässern, ebenso wie Vorschriften bzgl. des Ausbaus von Gewässern, der wasserwirtschaftlichen Planung und dem Hochwasserschutz.

  • Wasserschutzgebiet
    In Wasserschutzgebieten (WSG) sind zum Schutz von Gewässern (u. a. Grundwasser, oberirdische Gewässer) vor schädlichen Einflüssen spezielle Auflagen zu erfüllen.